Geboren im Jahr 1989, wuchs ich als Jüngstes von drei Kindern in der Nähe von Stuttgart auf. Seit ich denken kann, spielt Gott in meinem Leben eine entscheidende Rolle. Schon meine Eltern lebten mir den Glauben an Jesus Christus vor. Daher traf ich auch selbst schon früh die bewusste Entscheidung, zu Jesus Christus gehören zu wollen. Ich vertraute ihm mein Leben an und wollte, nach seinen Maßstäben leben, die wir in der Bibel finden können.
Im Zusammenleben mit anderen Christen erlebte ich dabei auch Anbetung als ein wesentliches Element meines Glaubens. Darunter verstand ich in das Singen von fröhlichen Lob- und Dankesliedern zur Ehre Gottes, streng nach dem Motto:
„Dankt Gott in jeder Lage! Das ist es, was er von euch will und was er euch durch Jesus Christus möglich gemacht hat.“
1.Thessalonicher 5, 18
Dies stellte ich nie groß in Frage. Da es mir grundsätzlich an nichts mangelte, war ich Gott sehr dankbar für mein Leben. Dies auch mit Hilfe von Liedern zum Ausdruck zu bringen, fiel mir daher nicht schwer.
Als sich dann jedoch die ersten Symptome einer seltenen chronischen Erkrankung (Ehlers-Danlos-Syndrom) bemerkbar machten, veränderte sich mein Leben schlagartig. Meine Sichtweise über mich selbst und mein unbeschwertes Bild von Anbetung fing sukzessiv an zu bröckeln. Plötzlich konnte ich nicht mehr behaupten, dass es mir an nichts mangelt. Gott gegenüber Dankbarkeit entgegen zu bringen, war auf einmal alles andere als selbstverständlich. Dies warf viele Fragen in mir auf und ich fing an mein Gottesbild und mein Verständnis von Anbetung zu hinterfragen.
Wie kann es sein, dass Anbetung scheinbar nur in guten Zeiten von Herzen möglich ist? Wieso wird sie in schweren Zeiten so schnell zum Kampf und zur frommen Plicht? Müsste es nicht auch in solchen Zeiten möglich sein, Gott von Herzen zu ehren und anzubeten? Schließlich steht er doch als Schöpfer von Himmel und Erde über meinen Probleme und ist deswegen jederzeit meiner Verehrung würdig.
Ein Prozess kam ins Rollen, der mich während meiner Ausbildung als Erzieherin, vor allem aber während meines Theologiestudiums an der Biblisch-Theologischen-Akademie Wiedenest begleitete. In dieser Zeit versuchte ich in der Bibel Antworten auf meine Fragen zu finden und Anbetung anhand der Bibel grundlegend neu zu verstehen.
Dementsprechend naheliegend war es, schließlich auch die Abschlussarbeit meines Studiums über dieses Thema zu schreiben. Dabei verstand ich ganz neu, wie Gott über mich denkt und wie er sich die Beziehung zwischen ihm und uns Menschen vorgestellt hat. Vor allem aber fand dadurch neuen Zugang zu Anbetung. Nun stand mir meine eigene Leiderfahrung nicht länger im Weg und ich kann Gott wieder von Herzen anbeten. Durch diesen persönlichen Prozess entstand schließlich auch der Wunsch, ein Buch zu diesem Thema zu schreiben um so auch andere Menschen damit zu ermutigen.
Mit meinem Buch möchte ich zu einem neuen Verständnis von Lobpreis und Anbetung in christlichen Gemeinden beizutragen. Persönliches Leid muss kein Hindernis auf dem Weg zu Gott und zur von Herzen kommenden Anbetung sein. Vielmehr kann Leid, regelrecht zum Wegweiser in die Anbetung werden. Wie dies möglich ist, beschreibe ich in meinem Buch.